Die Sache mit dem Anfangen

Aller Anfang ist schwer – oder so irgendwie haben wir das in unseren Köpfen. Passend zu unserem heutigen Thema.

So ging es auch uns, nach ein paar Monaten „Sportpause“. Für mich waren in den letzten Monaten der Schwangerschaft nur noch lange Spaziergänge und E-Bike fahren an der Tagesordnung. Benjamin kam aufgrund unserer Baustelle auch nicht viel öfter dazu, Sport zu machen. Nun ja, vielleicht hätte man(n) sich die Zeit besser einteilen können, aber diese war eben durch die Arbeit und die zusätzliche Arbeit auf der Baustelle doch etwas begrenzt. So hielt sich die Motivation, Sport zu treiben, verständlicherweise in Grenzen.

Die ersten Wochen nach der Geburt waren für alle von uns anstrengend. Schlafmangel, Kennenlernphase, Überforderung, und zusätzlich noch der ein oder andere Besuch. So ungefähr gestalteten sich unsere Tage. An Sport war für mich kaum zu denken, da mir mein Körper schon beim Stiegen gehen zeigte, dass ich mich noch etwas regenerieren musste. Außerdem wurde von irgendwo der Satz: „Stillen und Sport funktioniert sowieso nicht“ aufgeschnappt. Das kann ich euch vorweg nehmen, dies ist einer von duzenden Mythen über das Stillen, welche nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Ich selbst bin mittlerweile das beste Beispiel dafür – wir Stillen seit über 10 Monaten und ich mache seit ca. 7 Monaten – mehr oder weniger – regelmäßig Sport und hatten dabei nie ein Problem. Aber zu den Mythen werden wir ein anderes Mal berichten.

Wie oben kurz erwähnt, war es aufgrund der neuen Lebenssituation alles andere als einfach, an sich selbst und vor allem an Sport zu denken. Aber wir versuchten es trotzdem. Zirka drei Monate nach der Geburt von Elias versuchten wir uns gemeinsam zum Sport zu überwinden. Benni hatte in der Zwischenzeit auch schon den einen oder anderen Langlaufkilometer abgespult. Für mich war es das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit. Die Motivation hielt sich durchaus in Grenzen und die Überwindung war riesengroß.

Den Sport den wir wählten: Langlaufen – natürlich perfekt um wieder zu starten. Ist ja auch überhaupt nicht anstrengend. (Vorsicht Sarkasmus ;)) Schon nach kurzer Zeit hatten wir genug und es ging nach Hause. Ich merkte, dass mein Körper doch noch mehr Erholung braucht als gedacht. Diese wurde ihm aber auch gewährt. Trotz der Anstrengung und der Überwindung war für uns klar, dass wir in Zukunft wieder regelmäßig Sport betreiben wollen, da es sich für uns einfach gut anfühlt.

Dann versuchten wir es mit Laufen. Oder besser gesagt: Gehen, mit dazwischen ein paar Sekunden laufen. Gehen und wieder ein paar Schritte laufen. Für drei Kilometer brauchten wir eine gefühlte Stunde. Schon ein kleines bisschen deprimierend, wenn man früher schon mal recht flott unterwegs gewesen ist. Man hätte schon den einen oder anderen Lacher von anderen Leuten interpretieren können, aber zum Glück machten wir die ganze Sache für uns und nicht für andere. Also machten wir weiter und weiter. Wir konnten immer längere Strecken laufen und die Dauer der Gehzeiten dazwischen wurde auch immer kürzer. Wir freuten uns über kleine Meilensteine wie z.B. das erste Mal einen Kilometer am Stück gelaufen, oder das erste Mal den kleinen Hügel im Laufschritt hoch.

Wenn man das so hört, glaubt man, wir sind davor wenig bis gar nie gelaufen. Eigentlich war genau das Gegenteil der Fall. Wir waren regelmäßig laufen, so ungefähr zwei bis drei Mal die Woche.
Nun ja, nach unserer Pause kostete es uns jedes Mal aufs Neue viel Überwindung und Motivation, aber es hat sich ausgezahlt. Von Mal zu Mal ging es besser – ok, manchmal auch wieder ein kleiner Rückschritt, den wir aber für neuen Anlauf nahmen. Mittlerweile sind wir beide wieder recht gut in Form und wir können wieder wie gewohnt laufen.

Nicht nur Laufen, sondern auch alle anderen Sportarten, die wir gerne ausüben können wieder mit Spaß und Freude bestritten werden.

Was wir euch damit sagen wollen, klar kann der Anfang schwer sein. Es war auch für uns ein harter Prozess, der sich auf jeden Fall ausgezahlt hat. Das Gefühl ein Ziel zu erreichen, ist und bleibt für uns unbeschreiblich.
Wir bewundern alle und jeden, vom Leistungssportler, über Hobbysportler oder nur Gelegenheitssportler. Jeder einzelne Schritt ist bewundernswert – egal welche Geschichte dahinter steckt.

Und wie es ein Sprichwort so schön sagt:
Der Schmerz vergeht – der Stolz bleibt.

Alles Liebe und viel Motivation
Benjamin & Tanja